Stornostaffeln bei der Raumvermietung: Flexibel, Moderat, Streng erklärt
Was ist eine Stornostaffel?
Eine Stornostaffel legt fest, welcher Anteil des Buchungswerts ein Mieter bei einer Stornierung zurückerhält – gestaffelt danach, wie viele Stunden vor dem gebuchten Beginn die Stornierung erfolgt. Bei roomlogic wählt der Anbieter je Inserat im Onboarding eine von drei Standard-Staffeln (Flexibel, Moderat, Streng) oder hinterlegt eine eigene Staffel mit individuell festgelegten Stunden-vor-Beginn-Stufen und Erstattungsprozenten. Die gewählte Staffel ist auf der Raumseite einsehbar und wird bei Buchungszusage Bestandteil des Mietvertrags zwischen Anbieter und Mieter.
Die Stornostaffel regelt damit ausschließlich das Verhältnis zwischen Anbieter und Mieter aus dem Mietvertrag. Sie ist von den Plattform-AGB, die das Verhältnis zwischen der Plattform und den Nutzern betreffen, rechtlich zu trennen. Für den einzelnen Mietvertrag gilt jeweils die Staffel, die im Moment der Buchungszusage für das betreffende Inserat aktiv war.
Welche Stornostaffeln gibt es – Flexibel, Moderat, Streng oder eigene?
Anbieter können zwischen drei Standard-Stornostaffeln wählen: Flexibel, Moderat und Streng. Sie unterscheiden sich darin, wie kurzfristig eine Stornierung noch zu einer vollständigen oder teilweisen Erstattung führt. Ergänzend können Anbieter statt einer Standard-Staffel eine eigene Staffel mit selbst gewählten Stunden-vor-Beginn-Stufen und Erstattungsprozenten hinterlegen.
Die folgende Tabelle zeigt die aktuell hinterlegten Standardwerte der drei Staffeln. Bei einer eigenen Staffel legt der Anbieter davon abweichende Werte fest.
| Stornostaffel | Ausrichtung | Standard-Stufen | |---|---|---| | Flexibel | hohe Kulanz gegenüber Mietern | mehr als 24 Std. vor Beginn: 100 % Erstattung · danach: 0 % | | Moderat | ausgewogenes Verhältnis zwischen Planungssicherheit und Kulanz | mehr als 72 Std. vor Beginn: 100 % · 24–72 Std.: 50 % · unter 24 Std.: 0 % | | Streng | hohe Planungssicherheit für den Anbieter, geringe Kulanz bei kurzfristiger Absage | mehr als 168 Std. (7 Tage) vor Beginn: 100 % · danach: 0 % | | Eigene Staffel | vom Anbieter frei definierte Stufen (Stunden vor Beginn → Erstattungsprozentsatz) | individuell festlegbar, kann von den Standardwerten abweichen |
Stand: 25.07.2026 — Änderungen der Standardwerte vorbehalten; maßgeblich ist stets die bei Buchungszusage hinterlegte Staffel.
Flexibel, Moderat und Streng sind die Standard-Stornostaffeln der Plattform mit den oben genannten festen Werten. Maßgeblich für einen konkreten Mietvertrag ist stets die Staffel, die zum Zeitpunkt der Buchungszusage für das jeweilige Inserat hinterlegt war – bei einer eigenen Staffel können die Werte des Anbieters davon abweichen.
Wie wählen Anbieter die passende Staffel?
Die Wahl der Stornostaffel ist eine Abwägung zwischen Auslastung und Planungssicherheit. Eine großzügige Staffel wie Flexibel senkt für Mieter das Buchungsrisiko und kann die Buchungsbereitschaft erhöhen, lässt dem Anbieter bei kurzfristiger Absage jedoch wenig finanziellen Ausgleich. Eine strenge Staffel sichert dem Anbieter auch bei kurzfristigen Absagen einen größeren Anteil des Buchungswerts, kann bei Mietern aber zu zurückhaltenderen Buchungsentscheidungen führen.
In der Praxis spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Wie planbar ist die Auslastung des Raumes, wie kurzfristig buchen typische Mieter, und wie hoch ist der wirtschaftliche Nachteil einer kurzfristigen Absage für den Anbieter – etwa bei bereits eingeplanter Vorbereitung oder entgangenen Alternativbuchungen? Anbieter mit überwiegend planbaren, längerfristig gebuchten Terminen wählen häufig eine strengere Staffel; Anbieter mit spontan verfügbaren Kapazitäten setzen eher auf Flexibel oder Moderat, um die Hürde für eine Buchung niedrig zu halten.
Relevant für die Abwägung ist außerdem, dass sich die an roomlogic zu zahlende Provision bei einer wirksamen Stornierung auf den Anteil des Netto-Entgelts reduziert, der dem Anbieter nach der Staffel tatsächlich verbleibt. Steht dem Anbieter danach kein Entgelt zu, entfällt die Provision für diese Buchung vollständig. Die gewählte Staffel wirkt sich damit nicht nur auf die Erstattung an den Mieter, sondern mittelbar auch auf die eigene Provisionslast aus.
Was gilt für Mieter bei einer Stornierung?
Mieter stornieren eine Buchung ausschließlich über die dafür vorgesehene Funktion der Plattform; außerhalb der Plattform erklärte Stornierungen – etwa per E-Mail oder Telefon – werden bei der automatisierten Abwicklung nicht berücksichtigt. Die Erstattung richtet sich nach der Stornostaffel, die bei der Buchungszusage für den jeweiligen Mietvertrag galt – nicht nach einer möglicherweise später geänderten Staffel.
Konkret bedeutet das: Die Stornostaffel eines Inserats wird bei Buchungszusage als Snapshot Teil des Mietvertrags. Ändert der Anbieter die Staffel für sein Inserat später, wirkt sich das nur auf künftige Buchungen aus – bereits geschlossene Mietverträge behalten die zum Buchungszeitpunkt geltende Staffel unverändert. Mieter sehen die für ihr Inserat geltende Staffel bereits bei der Suche nach Räumen vor der Buchung auf der Raumseite und wissen damit vorab, welche Erstattung sie bei welchem Vorlauf erwarten können. Wird storniert, ermittelt die Plattform den Erstattungsanteil automatisiert anhand der Stunden zwischen Stornierungszeitpunkt und gebuchtem Beginn sowie der hinterlegten Stufen der Staffel.
Wer entscheidet bei einer Streitigkeit über die Stornierung?
Über Grund, Wirksamkeit oder Rechtsfolgen einer Stornierung entscheiden ausschließlich die Parteien des Mietvertrags – Anbieter und Mieter. roomlogic wickelt Stornierungen systemisch nach der hinterlegten Staffel ab und trifft dabei keine inhaltliche Entscheidung über strittige Fälle zwischen den Vertragsparteien.
Das folgt aus ihrer Rolle als technischer Vermittler: Die Plattform wird nicht Partei des Mietvertrags und schuldet weder die Raumüberlassung noch eine Bewertung, ob eine Stornierung im Einzelfall berechtigt war. Bei abweichenden Auffassungen zwischen Anbieter und Mieter – etwa zur Auslegung einer eigenen Staffel oder zu besonderen Umständen der Absage – ist es üblich, die Rückfrage zunächst über den plattforminternen Chat der jeweiligen Buchung zu klären, da dort der gesamte Kommunikationsverlauf dokumentiert ist. Lässt sich keine Einigung erzielen, ist dies zwischen den Vertragsparteien des Mietvertrags zu klären.
Fazit
Die Stornostaffel ist der zentrale Mechanismus, mit dem die Plattform das Verhältnis zwischen Planungssicherheit für Anbieter und Flexibilität für Mieter regelt. Anbieter wählen zwischen den Standard-Staffeln Flexibel, Moderat, Streng oder einer eigenen Staffel mit individuellen Stunden-vor-Beginn-Stufen; die getroffene Wahl wird bei Buchungszusage fester Bestandteil des jeweiligen Mietvertrags und gilt als Snapshot unverändert fort, auch wenn die Staffel später angepasst wird. Mieter stornieren ausschließlich über die Plattform und erhalten die Erstattung entsprechend der zum Buchungszeitpunkt geltenden Stufen. Über Streitigkeiten zu Grund oder Rechtsfolgen einer Stornierung entscheiden Anbieter und Mieter als Vertragsparteien selbst. Wie der Buchungsablauf und die KYB-Prüfung der Vertragsparteien im Detail funktionieren, beschreiben die Ratgeber zur stundenweisen Anmietung und zur KYB-Prüfung.